Finden Sie hier - dann und wann immer es etwas zu berichten gibt und die Zeit für die Pflege dieser Seite es ermöglicht - die aktuellen Begebenheiten ... 

 

Bleiben Sie neugierig.

 

 


Eine edle Geste und eine wundervolle Veranstaltung

 

... Das Weingut Familie Erbeldinger ludt ein zum besonderen Erlebnis:
 
Eine Auszeit vom Alltäglichen mit besonderen Weinen, Sekt, feinen Speisen und jazziger Musik. Zum "Noble Sunday" am 11. Juni 2017 waren wir eingeladen und durften eine großzügige Spende für Wine Saves Life e.V. entgegen nehmen. Herzlichen Dank im Namen der Kinder!
 
... Grund genug gibt es zur doppelten Freude:
 
Wir begrüßen das Weingut Familie Erbeldinger als neues Mitglied bei Wine Saves Life e.V. Herzlich willkommen!

 

Noble Sunday im Weingut Familie Erbeldinger  


Auszeichnung für Förderprojekt von Wine Saves Life e.V. 

 

Der Integrationspreis der Landeshauptstadt Wiesbaden geht 2017 an das Gemeinschaftsprojekt „Jugend Biebrich kocht“!  Wir erhielten die freudige Nachricht, dass die Jury das Biebricher Projekt auszeichnen wird. Wir freuen uns sehr über diese Würdigung. Es ist eine Auszeichnung für das Engagement des Netzwerks für Vielfalt und Teilhabe im größten Wiesbadener Stadtteil.

 

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Moyo Wangu Junior Academy, Msumarini/Kenia: Schuleröffnung am 28. Januar 2017

 

Bericht von Andrea Wikmann, Projektträgerin & Vorsitzende von Moyo Wangu Kenia e.V.

 

Wir freuen uns sehr, Euch und Ihnen allen mitzuteilen zu können, dass unsere eigene Dorfschule, die „Moyo Wangu Junior Academy“, am 28.01.2017 offiziell eröffnet wurde. Es war für uns alle ein aufregender Tag und für 65 Schulkinder mit ihren Eltern ein ehrlicher Weg für die Zukunft. Wir danken herzlichst Wine Saves Life e.V. Durch die großzügige Unterstützung konnte der Schulunterricht bereits wenige Monate nach Baubeginn starten. Eine ganze Generation von Juniors erhält dadurch eine solide Bildungsgrundlage für ihre Entwicklung. Das ist eine echte Perspektive für sie und ihre Familien.

 

Wir danken allen Einzelpersonen, die an Entstehung und Weiterführung der Schule beteiligt waren und beteiligt sind. Sie alle unterstützen uns mit ihrer Kraft und Energie, ihrem Arbeitseinsatz, vielen Ideen und Anregungen – und stets dringend nötig - ihren finanziellen Beiträgen. Unsere Schule trägt den Namen „Moyo wangu“. Das bedeutet „Mit dem Herzen“ und beschreibt unser Engagement für die Menschen im Dorf. Ebenso wie Sie und Ihr alle uns immer wieder von Herzen unterstützt. Vielen HERZLICHEN Dank dafür!

 

Im Jahr 2015, anlässlich der Mitgliederversammlung von Wine Saves Life e.V., bekam unser Konzept für die eigene Dorfschule in Msumarini die Zustimmung der Mitglieder. Alle haben zugestimmt! Und wir erhielten das erforderliche Budget. Mit diesem Auftakt begann unsere Arbeit vor Ort:

 

Zahlreiche Behördengänge und Verhandlungen für den Bau- sowie Schulbetrieb waren erforderlich und brauchten viel Zeit, Geduld und jede Menge Nerven – und Geld für unvorhersehbare Ausgaben, wie plötzlich erforderliche „Lizenzen“ und „Genehmigungen“.

 

Endlich im November 2015 der Beginn des 1. Bauabschnitts: Runderneuerung von zwei bereits bestehenden Räumen, die auf Grund schlechter Bauweise und Witterungsverhältnisse baufällig waren.

 

Im 2. und 3. Bauabschnitt gab es weitere Arbeit: Zwei weitere Klassenzimmer, ein Konferenzraum, Toiletten, sowie Lehrerzimmer. Berge von Steinen, Zement, Sand und Holz wurden hin- und hergeräumt, das Dach mit Wellblech versehen, die Böden zementiert. Die Türen, Fensterrahmen, Schulbänke, Regale und Stühle wurden in unserer Schreinerei gezimmert. Das Eingangstor zur Schule und die Fenstergitter hat der Dorfschmied von Hand angefertigt und montiert. Alle Innen-und Außenwände wurden mit einer Spezialfarbe mehrmals in freundlichen Farben gestrichen. Das Bohrloch für die eigene Wasserversorgung wurde bis 25 Meter tief gegraben. Die eigene Quelle ist sehr wichtig.

 

Wir haben Schulbücher und -hefte, Schulmaterial, Schlafmatten, Geschirr für die Frühstücks- und Mittagsverpflegung eingekauft, inventarisiert und im Lehrerzimmer eingeräumt.

 

Unser Dorfschneider, Mr. Tsuma und seine Frau, haben die vorgeschriebenen Schuluniformen genäht. Bis zur offiziellen Eröffnung hatten sie alle Hände voll zu tun, um auch unserem kritischen Blick und die Qualitätskontrolle zu bestehen.

 

Mr. Nikki, der Dorfmaler und Künstler, hat die Schulwände mit kinderfreundlichen Bildern bemalt: einem fußballspielenden Nashorn und Leopard, Grashüpfer, Schildkröten und mit bunten Zahlen und Buchstaben.

 

Die Schule wurde an die bereits bestehende Schreinerei angebaut. Das Grundstück ist unser Eigentum. Wie immer gab und gibt es Hindernisse und neue Aufgaben, zusätzliche Ausgaben und Herausforderungen, die sowohl das Gebäude als auch den Schulbetrieb betreffen:

 

Seit Mitte Februar haben wir eigenes Wasser in der Schule und die Quelle wurde nach einem kenianischen Ritual mit dem Schlachten einer Ziege geweiht.

Der eigene Brunnen in der Schule wird aktuell vorbereitet als Wassertankstelle für die Dorfbewohner. Wasser bedeutet Leben und ein kurzer Weg zur nächsten Wasserquelle ist sehr wichtig. Die Wasserquelle benötigt eine sichere Abdeckung und einen abschließbaren Zugang.

 

Die Toiletten wurden vom Healthofficer bemängelt: Die Lehrer hätten keine eigene Toiletten, obwohl bereits zwei Toiletten für die Schüler vorhanden sind und die Lehrerinnen die wenigen Meter ins Sun’N’Shine gehen könnten. Jetzt müssen weitere Toiletten gebaut werden.

 

Unsere Schreinerei ist auf der Rückseite der Schule angebaut, räumlich klar abgetrennt. Die Kinder haben während ihres Schulbesuches keinen Zugang dorthin. Der Healthofficer ordnete an, dass alle Sägearbeiten sowie die Kreissäge ausgelagert werden müssen. Das erforderte den Aufbau eines Unterstellplatzes zum Sägen auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Weiterhin erhielten wir die Auflage, das Grundstück und die Schule aus Sicherheitsgründen mit einer Mauer abzugrenzen. Das ist durchaus sinnvoll, ist aber ebenfalls eine ungeplante Ausgabe.

 

Als wir erahnten, dass ungeplante Ausgaben auf uns zukommen, haben wir einige Material-Positionen gestrichen und unsere Baukosten reduziert, damit unser Budget für Start und Betrieb reicht.

So hat das Schulgebäude ein Dach, aber keine Zwischendecke. Für ein besseres Raumklima bei 35 Grad und mehr und als Schutz vor Insekten und Fledermäusen, die sich gern im Gebälk einnisten, wäre eine Zwischendecke sinnvoll.

 

Beim Antrag für die Moyo Wangu Junior Academy erhielten wir die Vorgabe der Behörden, dass eine Privatschule immer mit der sogenannten Babyclass starten müsse. Unser ursprünglicher Plan war allerdings, dass wir alle Schüler und Schülerinnen aus dem Dorf in vier aufeinander aufbauende Klassen aufnehmen. So hätten wir ihnen die teilweise langen Schulwege zu fremden Schulen ersparen können. Das ist leider nicht möglich. In der Konsequenz bedeutet es folgendes: 65 Kinder gehen seit Januar 2017 in drei Babyclasses, 35 Kinder besuchen die umliegenden Schulen in den Klassen 1 bis 8. Das ist wunderbar. Aber unser Finanzplan sah vor, dass einige der fremden Schulkosten entfallen, wenn die betreffenden Kinder auf die Moyo Wangu Junior Academy gehen.

 

Im November 2015 wurden die geplanten 60 Schulplätze zur Anmeldung ausgeschrieben. Bereits am ersten Tag kamen 120 Anmeldungen. Aufgrund der Räumlichkeiten konnten wir insgesamt nur 65 Kinder aufnehmen. Das vierte Klassenzimmer ist für die Wiederholer im nächsten Jahr gedacht. Es war keine einfache Aufgabe, die Kinder auszuwählen und zu entscheiden, wer die Schule besuchen darf und wer nicht.

 

Für den Schulunterricht wurden drei Lehrerinnen eingestellt: Mrs. Esther, Mrs. Gloria und Mrs. Anncity. Sie haben ihren Schuldienst im Dezember 2016 aufgenommen, um alles für den ersten Schultag vorzubereiten. Am 15. Januar 2017 war es soweit. Der große Tag der Einschulung! Der erste Schultag war für viele Kinder eine heftige Erfahrung: Viele haben bitterlich geweint, waren sie doch so plötzlich ganz ohne Mama, Papa und Geschwister. Aber auch im kenianischen Dorf helfen – wie fast überall - ein paar Bonbons über den Schmerz etwas hinweg. Die offizielle Eröffnung mit Gästen folgte 14 Tage später.

 

Mit einem feierlichen Festakt, viel Musik und vielen Menschen aus Msumarini wurde unsere Schule am 28. Januar offiziell eröffnet. Unsere internationalen Gäste Lena Endesfelder, die Deutsche Weinkönigin (bei uns in privater Mission) und aktuell Schirmherrin von Wine Saves Life e.V., sowie Anke Trischler, die uns seinerzeit den Kontakt zu Wine Saves Life hergestellt hatte, kamen angereist und halfen tatkräftig an unserem großen Tag mit. Ein akribisch geplanter Ablauf der Zeremonie sah viele Reden vor: Polizeipräsident, Bürgermeister, Dorfältester, Dorfpfarrer und Gemeindepräsident. Auch Lena und Mr. Mbigo, unser Projektleiter, haben ihre Wertschätzung und ihre Hoffnungen für die Schule in gute Worte gefasst und viele Grüße übermittelt. Alle Reden wurden in Englisch oder Suaheli gehalten und dann jeweils übersetzt.

 

Damit die Kinder in der langen Zeit geduldig blieben, haben wir sie mit Vitaminen versorgt: Frisch zubereitete Früchtespieße aus Ananas, Mango und Melone. Als Erinnerung an den großen Tag bekam jedes Schulkind einen bunten Luftballon mit einem Stoffherz geschenkt. Hochoffiziell wurde die Gedenktafel feierlich enthüllt und jeder hat sich in das ausliegende Gästebuch eingetragen. Wir hatten eine zuckersüße und fröhlich-bunte fünf Kilogramm Herztorte mit der Aufschrift „Moyo Wangu Junior Academy“. Lena durfte sie anschneiden und alle Stücke waren innerhalb kurzer Zeit restlos verzehrt.  Das Eröffnungsfest klang aus bei einem leckeren Nachtessen für die geladenen Gäste mit anschließend Musik und Tanz im Sun’N’Shine, dem Gemeinschaftshaus in der Mitte von Msumarini.

 

Mittlerweile ist der normale Schulalltag für die Kinder eingekehrt: Der Schultag beginnt um 7.30 Uhr. Die Kinder finden sich zum Sammeln ein und erhalten ihren morgendlichen Frühstücksbrei. Ein leerer Magen lernt nicht gern. Die Lehrerinnen Mrs. Gloria, Mrs. Anncity und Mrs. Esther beginnen mit dem Unterricht um 8.30 Uhr. Sie unterrichten die Kinder in drei Klassen in den Fächer Rechnen, Sprache, Lesen, Umwelt, Hygiene etc. Es gibt kurze Pausen. Um 10.15 gibt es die große Pause von 45 Minuten, dann geht es weiter mit dem Unterricht bis um 12.00 Uhr. Mittags erhalten alle Kinder ein warmes Essen, das täglich wechselt. Es wird in der Küche des Sun’N’Shine zubereitet. Danach wird aufgeräumt und die Matten zum Mittagsschlaf werden für alle ausgelegt. Am Nachmittag geht’s weiter mit Tanz und Gesang. Um 16 Uhr endet der Schultag. Alle gehen nach Hause.

 

Die Moyo Wangu Junior Academy ist für die Menschen in Msumarini etwas ganz Besonderes. Es gibt ihnen Zuversicht und Vertrauen, dass ihre Kinder gute Wege gehen können. Durch den Schulbau gab es Arbeit, für einige Menschen ist es ein Arbeitsplatz auf Dauer geworden. Es gibt weiterhin viel zu tun, denn ein Schulbau ist nie ganz abgeschlossen. Der Schulbetrieb wird noch unbekannte Aufgaben und Herausforderungen für uns bereithalten. Konkret benötigen wir Sportkleidung für die Kinder. Zudem müssen wir die Schule mitsamt Inventar und Mitarbeitern versichern. Die gesamte Liste wird nicht kürzer und täglich machen wir aufs Neue einen großen Spagat, um alle Anforderungen gut zu erfüllen. 

 

Mit so manchem hatten wir nicht gerechnet, vieles ist behördliche Willkür.

 

Das alles hält uns nicht davon ab, den Aufgaben mit Zuversicht und Mut zu begegnen und weitere Projekte anzuschieben: Der Schul-Shop, die geplante Nähschule sowie Computerkurse, die Wassertankstelle, das Kids‘ House, das Landwirtschaftsprojekt, das Cleaning for Health-Projekt warten auf neue Impulse.

 

Nun sind wir gespannt und freuen uns darauf, wie sich die Kinder und all unsere Projekte weiter entwickeln werden. Vielen Dank Euch und Ihnen allen, dass wir in all den Jahren dank der Hilfe und Unterstützung und Förderung mit den Aufgaben und mit den Menschen wachsen durften. Bitte bleiben Sie uns verbunden und helfen Sie uns auch weiterhin, denn ...

 

"Alles was wir tun, wird ein Teil für uns."

(Afrikanisches Sprichwort)

 

Asante Sana!

 

Es grüßen Sie und Euch von ganzem Herzen

Andrea Wikmann mit allen Msumarinis

 

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Eine besondere Auszeichnung erhielt der Gründer von Wine Saves Life e.V. 

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